Einfach tun

Pflanzen wachsen einfach… Erneut driften meine Gedanken durch die Welt der Worte. Tun – ohne zu tun, während das Auge über das sommerlich satte Grün schweift. Dann die Frage. Was ist der Unterschied zwischen Handeln und Tun?
Tun ist das ältere Wort, kommt aus dem Mittelhochdeutschen. Es bedeutet laut Kluges etymologischen Lexikon „setze, tue“. Benennt also alles, inklusive „nix tun“. Alle Tuwörter, also Verben. Im 14. Jahrhundert wurde es zunehmend vom Wort „machen“ abgelöst, das sich viel aktiver und mächtiger anfühlt. „Tun“ lebte aber weiter. Im Englischen „to do“ stärker als im Deutschen.
Auch das Tuwort „handeln“ hat einen mittelhochdeutschen Ursprung und bedeutet ursprünglich, wie sollte es anders sein, „mit Händen fassen, bearbeiten“. Ein sinnlicher Ursprung. Etwas selber tun, sich durch die Tätigkeit feststellen. Im Tun versinken. Im Handeln zu versinken ist da schon schwieriger. Denn mit dem „Machen“ dringt das Zielgerichtete noch brutaler in den Begriff ein, als es schon vorhanden war. Und die Macht. Weit weg, vom einfachen setzen und – nichts tun. Es sei denn, ich ziehe mich in mein eigenstes, nicht zielgerichtetes tun ohne zu tun zurück.
Noch schlimmer im Kontext ist das mitschwingende Ökonomische, das Handeln in wirtschaftlichen Beziehungen. Es will unser heutiges „Tun“ bestimmen. Durchdrungen von den Machtstrukturen und ihren Zielen.
Beide treffen sich im Begriff „to act“, was ein aktives Tun oder Handeln bezeichnet. Eine Aktion, die aus dem „Inneren“ kommt. Eine Aktion die Handlungsbefähigung, also „agency“ benötigt.
Die Gedanken driften weiter. Tun, was sie tun. Die Augen warten auf die Sonne.