Da und dort schwatzen die Vögel, gurren, piepsen, pfeifen Melodien, flattern. Vom Bolzplatz das ballige „Plopp, Pong“; Rufe und Anweisungen. Dezent, – all dies gehört zur sonnigen Feiertagsruhe. Auf den Atem konzentriert, bin ich Teil von Welt. Leises Schlurfen im Gras. Erneute Ruhe. Wieder Schlurfen, eine Begrüßung, mit dunkelruhiger Stimme gesprochen. Zwei treffen sich neben mir, in der Frühsommersonne. Wunderbares Wetter.
Ich konzentriere mich auf den Atem. Dennoch, immer wieder schweben Gesprächsfetzen in meine Ohren. Es geht um Gesundheit. Untersuchungen, Screenings und Krankheiten im Umfeld. Ich atme tief ein, bleibe auf dem Atem, bei den Vögeln. Es lenkt mich ab. Bilder vom letzten Gespräch mit einem Freund kommen mir in den Kopf. Da ging es die erste viertel Stunde ebenfalls um dieses und jenes Zipperlein, nicht nur bei uns. Scheint am Alter zu liegen. Ich blicke verstohlen unter meiner Sonnenbrille hindurch zur Nebenbank. Ja, ein älteres Pärchen plauscht über Hautkrebsscreening, Vorsorge vor dem Urlaub und all diese Dinge. Zurück zum Atem. Wäre ich doch einer dieser Vögel, die die grüne Natur und den blauen Himmel mit ihrer wundersamen Atmosphäre tränken. Die Vögel erzählen von Revieren, PartnerInnen, Hunger und was weiß ich. Dann, irgendwann, fallen sie vom Ast und sind tot. So einfach, so gut. Ich finde den Atem wieder. Am Anfang war nichts, danach ist auch nichts.