Einfach gehen

Sich treiben lassen. Nach innen schauen. Nach außen schauen. Sich verbinden. Auf den Atem achten. Auf das Rauschen des Lebens achten. Die Stadt ist voll. Voll von Dingen, voll von Menschen. Der Bräutigam, der seine Braut im Cargo Bike-Vorlader zur Trauung fährt. Gefolgt von der Hochzeitsgesellschaft. Alle auf Fahrrädern, in Anzug und schönen Kleidern. Der Obdachlose, der neben dem Portugiesen, bei dem ich meinen Galao schlürfe, auf der Palette hockt; döst. Auch seine zerknautschte Alditüte wird von der Sonne beschienen. Wovon träumt er? Vom Gestern, von besseren Zeiten, von der Zukunft? Hat er noch Träume? Hat er noch Wünsche? Wunschlos weitertreiben. Die Briten und ihr Pie-Stand. Einfach nur nett und witzig. So viel Freude. Mitten in der Betonwüste. Mitten im Leid. Mitten in der hektischen Betriebsamkeit. Mitten im Moloch.
Ich denke an Thich Nhat Hanhs „Einfach gehen“. Ein paar Schritte einatmen – ich bin ruhig. Ein paar Schritte ausatmen, ein halbes Lächeln zaubert sich in mein Gesicht. Es ist egal, wo ich bin, solange ich bin.