Frischer nordischer Nieselregen hüllt die Marktstände ein. Keine wirklichen Schlangen, keine Einkaufshektik. Ein kleiner Luxus. Hinter uns ein Schnaufen. Ein älterer Herr, Hager, mit einer coolen Syltwindwetterweste, armselig wichtig in seinem Pensionärsdasein. Vor uns eine langsame, ältere Dame. Kaum hatte er sich eingereiht, wütendes Schnaufen. Er hat wohl etwas Nieselregen abbekommen, drängelt sich, ärgerlich, komische Geräusche von sich gebend, unter das schmale Vordach. Vielleicht rinnt das kalte Nass seinen Rücken runter, denke ich amüsiert. Wir hatten Spaß mit dem Regen und den Pfützen auf dem Spaziergang. Das Schnauben hört nicht auf. Es geht ihm wohl zu langsam. Er zappelt genervt atmend, hat keine Zeit. Sehnt sich wohl nach seinem warmen SUV, der ihm ein wenig Sicherheit und Ego geben würde. Selbst als Pensionär keine Zeit. Wir schauen uns an; grinsend. Wir stellen fest: „Es muss solche Menschen geben, damit wir was zum Amüsieren haben.“
Ich erinnere mich daran, wie wichtig es ist, in solchen Momenten, wie dem, in dem der gnätzige Pensionär emotional gefangen war, ruhig zu atmen, den Moment so zu nehmen wie er ist. Sonst diene ich das nächste mal der Mitwelt als Clown; lache hoffentlich über mich selber.