Der graue Winter verlangsamt. Ruhe kehrt ein. Rückzug in die Besinnlichkeit, in den Verzicht. Den Verzicht; der, wie Heidegger am Ende des Feldwegs sagt, nicht nimmt, sondern gibt. Zum Beispiel eine gemütliche Ecke. Ein schönes Buch. Das Schweifen aus dem Fenster, über die kahlen Bäume in der Dämmerung. Die den Geist wärmende Kerze. Der den Körper wärmenden Tee. Zu solcher Zeit empfiehlt es sich, Epikur zu lesen. Über die Ataraxie, den Gleichmut, die Seelenruhe nachzudenken. Die heitere Gelassenheit der Buddhisten. Wobei die Bedeutung des Begriffs Gelassenheit im mittelhochdeutschen Wort „gelaeze“, was „Niederlassung“ bedeutet (später „gottergeben“), verwurzelt ist. Der Winter ist die Zeit sich an einem gemütlichen Ort niederzulassen. Bei sich und seinen Liebsten zu sein, während die ungesunde Hektik des Konsums, der Nachrichten und der Arbeit an einem vorbeirauscht. Glücklich sind die, die einen solchen Ort haben, an dem sie sich zeitigen können.
Vielleicht wird es darum auch hier, im Blog, ruhiger. Denn wenn viel in Ruhe gedacht und gelesen wird, braucht es auch viel mehr Zeit und Stille um die Gedanken zu sortieren, zu formulieren. Gedanken haben ihre eigene Dauer um zu reifen. Denn in der Ruhe, im Nicht-Handeln geschieht mehr, als wir beschränkten Wesen zu erahnen glauben.