(18) Der Buddha sprach: „Meine Lehre besteht darin, den Gedanken zu denken, der undenkbar ist, die Tat zu tun, die nicht getan werden kann, die Sprache zu sprechen, die nicht ausgedrückt werden kann und mich in der Disziplin zu üben, die jenseits der Disziplin ist. Wer dies versteht, ist nah, wer davon verwirrt wird, ist fern. Der Weg ist jenseits von Worten und Ausdrücken und wird von nichts Irdischem gebunden. Verlieren wir ihn nur ein paar Zentimeter aus dem Blick, verfehlen wir ihn nur für einen Augenblick, dann sind wir für alle Ewigkeit davon entfernt.“ (Aus der 42-Kapitel-Sutra ( https://en.wikipedia.org/wiki/Sutra_of_Forty-two_Chapters)
Im Spaziergang sein. Weit weg von jeder Tätigkeit. Im Frühling, der brachial über die zerregneten Wochen hineinbrach. Sie auflöste. Frisches Grün erweckt totes Gehölz. Eine Frau am offenen Fenster. Sie streckt sie sich den strömenden Sonnenstrahlen entgegen. Eine Tasse in der Hand. Sie ist. Alles klingt nach „Sein“. Ist es auch – und dennoch nicht. Wie die Pause zwischen dem Ein- und Ausatmen. Wenn wir versuchen sie festzuhalten, ersticken wir. Ohne dieses Leere, diesem dazwischen, gäbe es kein weiter, keine Möglichkeiten, kein Werden.
In der Leere zu sein ist die wahre Lehre. Nur in ein leeres Gefäß kann die Präsenz einfließen. Es darf weder von Vergangenem, Anhaftendem noch von Träumen in Richtung Zukunft verstopft sein. In der Leere gibt es weder Glück noch Leid. In einer Leere sein, deren Sinn nicht ausgesprochen werden kann. Darum ist sie so schön – unbeschreiblich.