Ein kalter Februartag, ziehende helle Wolken. Mein Kopf ist wieder klar. Kurz brach der Virus in meinen Körper ein, setzte alles auf Alarm. Hinter meinen Augen, meiner Stirn wurde eine Schlacht geschlagen, die mich niederwarf. Zur Ruhe zwang. Gedanken quälten sich trübe durch den Nebel zwischen unruhigem Schlaf und der Hoffnung, dass der dumpfe Druck aufhören möge. Eine tiefe Sehnsucht nach Klarheit.
Solche kurzen Momente werfen auf sich selber zurück. Zeigen die Verletzlichkeit des „Sein“, zeigen die Macht des Körpers. Der ersten Macht. In solchen Momenten erhebt er sich zur leidenden, ultimativen Wahrheit. Dominiert das Denken. Die gequälte Vorstellung, dass so ein Zustand nicht aufhören könnte, vermag positiv zu sein, wenn wir Epikur folgen. Selbst auf dem Sterbebett soll er unter unerträglichen Schmerzen zufrieden gewesen sein, weil er wusste, dass sie bald vorbei sind…denn alles ist endlich. Leid kann Lust am Leben machen, klare Moment dankbar zu genießen
„Und gerade weil dies das erste in uns angelegte Gut ist, deswegen wählen wir auch nicht jede Lust, sondern bisweilen übergehen wir zahlreiche Lustempfindungen, sooft uns ein übermäßiges Unbehagen daraus erwächst. Sogar zahlreiche Schmerzen halten wir für wichtiger als Lustempfindungen, wenn uns eine größere Lust darauf folgt, das wir lange Zeit die Schmerzen ertragen haben.“ Epikur, Brief an Menonikus 129: in Epikur (1980) Briefe, Sprüche, Werkfragmente. Reclam, Stuttgart S. 47