Connection

In der molligen Aprilsonne. Die Vögel singen rhythmische Lieder. Mal mehr mal weniger. Ich lausche. Aufbruch, Bewegung, Verbindung. Alles bewegt sich im eigenen Rhythmus, wächst, vermehrt sich; ganz aus sich heraus und dennoch verbunden. Ich bin ein Teil; nehme auf. Die Bilder und Worte in meinem Kopf kommentieren nur. So schön der Faden, der diese gefühlten Gedanken zu denen von Kae Tempest in ihrem herrlichen Büchlein „On Connection“ spinnt. Es ruht auf dem schmuddeligen Tisch neben dem Tee – ruft danach, aufgenommen und zitiert zu werden:
„Each time I have walked into strange rooms with poems to tell, I have had to confront my own insecurities and judgements about who I was talking to and why, and each time I was taught something about what connects us being more powerful than what divides.“ (S. 23)
Später dann: „People have different things to respond to. I am no one to judge how someone hast come to a conclusion. I am no one to judge what conclusions someone has come to. I dont want to change minds any more. I just want to connect.“ (S. 33).
Dieser Fluss von wunderbaren Worten verbindet. Weckt kreative Neuronenblitze. Stoff zum Sinnieren. Er öffnet viele Fragen. Ist nicht jede Äußerung ein, wenn auch unbewusster, Versuch jemanden oder etwas zu ändern? Mich selber weiter zu entwickeln? Als Teil der Welt. In ihr aufzugehen? Der Satz hat mein Denken verschoben, einen Spalt gehobelt. Eine der leeren, offenen Lücken, die voranbringen. Jetzt spazieren und den Boden spüren, mit dem Boden verbinden.

Kae Tempest (2020) On Connection, London – Immer wieder höre ich auch ihre wunderbare Platte „Let them Eat Chaos“.

Ein Kommentar zu „Connection“

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