Kraft

Wenn der Himmel sich mit dem Meer verquilt, hinter Schauer- und Regenwänden eins wird, die Böen tobend das Wasser verwirbeln, spüre ich Kraft. Die Energie des Lebens, des Leben wollens. Ebenso unermesslich wie die dunkle schwere der stürmenden Gewitterwolke. Genauso treibend, wie die Zeit. Kein Gedanke an Stillstand wäre in einem solchen Moment denkbar.
Das Wogen schäumen in den Himmel, der Regen verwischt jegliche Klarheit. Scharfe Frische lässt den Körper erschaudern, im Hintergrund grollt der Donner. Welch eine Wonne den Moment zu genießen, den festen Boden unter den Füßen, von dem aus mein Ich in den aufgewühlten Himmel ragt. Fest verwurzelt und zugleich den peitschenden Elementen preisgegeben.
Kaum ein Moment der unendlichen Äonen später ist es vorbei. Schneller als jede noch so stürmische Metapher es auszudrücken vermag. Nicht mehr ist das prasselnde Rauschen des Regens zu vernehmen. Nicht das Rauschen des rasenden Windes, dessen Böen alles in taumelnde Bewegung versetzen. Nicht das Grollen des Donners, der Geruch frischkühler Erneuerung. Das wilde Spiel der Schatten und Farben in ihrem raschen Wechsel von Dunkelheit und Schein weichen erneut der Helle des Himmels.
Sein lassen.