Hektisch hüpfen die Vögel, einem geheimnisvollen Muster folgend, durch die Hecke. Wie der feine, kühle Winterregen fällt das Licht sanft über die Welt. Blätter zittern im Wind. Die klamme Luft stört sie ebenso wenig wie mich, der warm ummantelt im molligen Heim sitzt.
Meine Gedanken schweifen in die allverbundene Welt.Wie die Vögel die luftig vom sanften Wind getrieben werden, bis sie sich, unsichtbaren Schatten gleich, im Nebel der hängenden Wolken auflösen. Tröpfen, die sich mit Milliarden Artgenossen zu einer Wolke zusammenschließen, sich verfließend in der nächsten auflösen oder als Niesel dem Boden entgegenschweben. Die Pflanze nährend, an deren Früchte sich die Vögel laben. Ich bin Vogel, Pflanze, Erde, Wolke, Samen… jedes der unzähligen Teile zugleich. Bin und war. Im Moment träume ich wachdösig diesen flüchtigen Traum.
Welch ein Glück. Welch eine Wonne. Keine Bomben, kein Hass, keine herabsetzenden Worte, böse Gedanken bedrohen meine Besinnlichkeit. Im Moment muss ich nicht einmal achtsam sein, wie die Meise auf Futtersuche, die zuckend den Kopf nach links und rechts dreht; nach Nahrung, der Gemeinschaft, der Katze spähend.
All dies Angesichts des Elends, des Krieges, der Furcht, der Angst, des Hasses, der wütenden Worte, die versammelt auf dem anderen Fenster, dem glatten Monitor erstarrt sind. Welch ein Privileg ich habe, so sein zu können. In diesem Moment.