Erster Stopp: Luftkampf

Im Schwarzwald. Ich verlasse den Wiesenweg zum nächsten Dorf. Über mir Bewegung, Hektik. Ich schaue genauer. Ein, nein zwei Sperber im eleganten Kreisflug. Schauend, suchend. Dann sehe ich den kleinen Vogel. Todesmutig stürzt er sich auf einen der Greifvögel; schnell, wendig, gezielt. Er dreht ab, als der Sperber mit ein paar Flügelschlägen abdreht und höher steigt. Dann sinkt er wieder, setzt seine absteigenden Kreise fort. Schon zischt der Kleine wieder heran; das Spiel beginnt aufs Neue. Er lenkt ab, schützt sein Nest. Verteidigt den Luftraum über seinem Zuhause. Überlebens-Sicherung für seine Brut, seine mutige Art. Care-Arbeit unter höchstem körperlichem Einsatz.
Ich stehe da, atme, betrachte das Geschehen, denke nach. Über den Sinn des Lebens, die Weite des Blicks, Körper und Überlebenskampf. In einer wunderbaren Landschaft, die so viele Geräusche und Gerüche bietet. Als ich gemütlich, vom Atem getragen weiterziehe, rasen plötzlich viele kleine Punkte an mir vorbei. Erneut wird meine Aufmerksamkeit weg vom Körper, dem in der Welt sein, nach Außen geworfen. Ein Schwarm von Bienen – so schnell fort, wie er mich umsummt hat. Die turbulente Insektenwolke sammelt sich über einem Gebäude, verdichtet sich. Ich verliere ihn aus dem Blickfeld. Ich bin in der Natur, auf dem Boden. Fest, klar, wärend um mich herum das Leben tobt. Wunderbar.