architékton

Der Architekt, den ich auf die Fassade und den Blick aus dem Zimmer ansprach, kannte Christopher Alexander nicht. Er scheint nur den Blick von Außen zu kennen. Die schicke Fassade. Doch was nützt sie, wenn innen eine „Qualität ohne Namen“ entstehen sollte? Viele Architekten scheinen wie Designer zu denken. Sie denken in Oberflächen. Oberflächen, die ihr Image spiegeln, ihr Ego erhöhen. Was haben sie geschaffen? Wie die Werber: Nichts! Sie vermögen nicht einmal die Qualität der Leere zu finden oder ihn in seiner gelassenen Ruhe greifbar zu machen. Kein Wunder, dass die HafenCity so kalt, so monoton, so gewollt künstlerisch, so leer und tot daherkommt.
Das Problem ist die Arbeitsteilung, sagt ein Freund. Architekten sind für die Oberfläche, InnendesignerInnen für die Innenräume, StadtplanerInnen für den Stadtraum zuständig. Wenn in Schubladen, vom Ego, vom nur eigenen Standpunkt aus gedacht wird, kann nichts wachsen. Wachsen ist organisch. Doch das Diktat der (Konsum-) Maschine schreit: Wenn mal etwas wächst, muss das Krumme ausgemerzt werden. Es passt nicht in das Raster der Produktion. Ich sehne mich nach Wabi-Sabi, der Störung, dem Bruch.
Bei den „ersten Baumeistern“ ist nichts „tektonisches“ mehr zu finden. Nichts Natürliches, nichts das bewegt. So wie die Erdkruste es von sich her tut, immer in Bewegung. Dies fällt umso mehr auf, wenn man die gewachsenen Reste der Orte im Süden betrachtet, die es früher auch bei uns und eigentlich überall in ihrer natürlicher Form gab. Sie verschwinden zunehmend… Ich möchte schreien:
„Tod dem „Rechten Winkel“! Tod der Oberfläche! Tod dem Tabellen-Raster!“