Beben

Gestern und heute Morgen hat in Kreta die Erde gebebt. Ein Mensch ist gestorben. Alles, was fest scheint, selbst der stabilste Fels, ist vergänglich. Zieht vorbei, wie das Beben an mir. Ich war am Strand, habe in den Sonnenaufgang geatmet, der jeden Morgen kommt und am Abend geht. Immer wieder anders. Habe mit der frischen Morgenluft meine Lungen gefüllt. Die Natur hat die Energie gegeben und den aus mir strömenden Luftzug wieder angenommen. Alles ist verbunden. Kein Stein, kein Sandkorn hat sich bemerkbar gemacht. Gaia schwieg unter mir.
Brutal ballen die Wolken sich über dem Massiv der Berge mit der göttlichen Grotte, Idaion, zusammen. Keine kriegerische Horde wirkt bedrohlicher, unaufhaltbarer. Dennoch lösen sie sich in der hitzigen Sommerluft auf. Ins Nichts.