Die Sonne strahlt warm. Die alten Bäume entlang des Kanals werfen sanfte Schatten auf das altehrwürdige Backsteingebäude. Pause. Der Blick schweift gelassen.
Da sitzen sie. Zwei Fliegen, eine hässlicher als die Andere. Genügsam tunken sie ihre gierigen Rüssel in ein schwarzes, angetrocknetes kleines Würstchen, dass von einem dreckigweißen, verkrusteten See umgeben ist. In aller Ruhe laben sie sich in der Morgenstimmung am trockenen, verwesenden Vogelkot.
Die Welt dreht sich langsam und gemächlich weiter. Ich betrachte das satte Grün. Nicht allzu bald werden sich die Blätter verfärben, von den Bäumen zu Boden schweben. Wie der Kot, an dem sich die Fliegen laben, werden sie von Mikroben aufgesogen werden. Diese nähren. Irgendwann werden auch die Bäume sich morsch und alt auflösen. Aufgelöst werden. Wie alles Lebende werden sie zu Humus aus dem wiederum die neuen Triebe sprießen. Satter Boden, voller Mikroben, die zum Futter für Insekten, diese wiederum Nahrung für Vögel werden. Vögel, welche die Samen in ihrem Kot verteilen. Kot, der wiederum zugleich Futter ist um die Fliegen – Vogelfutter – zu nähren. Ein komplexes, wunderbares ewiges Werden und Vergehen; in unendlicher Verbundenheit.
Mein beobachtender Körper ist ebenso ein Teil dieses Kreislaufs. Bis ich nicht mehr bin. Dann ist er Fliegenfutter. Die Fliege ist nicht hässlich. Sie ist einfach nur da, sie lebt. Im Moment.