Nach dem Kloster hört die asphaltierte Straße auf. Der vierradgetriebene Geländewagen, der sonst Weinkisten, Oliven und Material auf und von den Feldern transportiert, steuert souverän über die enge, sandige, steinige Piste. In dieser und jener Serpentine hat so mancher Sturzregen seine Spuren hinterlassen. Durch Kurven, mit kurzem Gruß und ein paar Worten zum gelassenen Schäfer an der improvisierten Hütte vorbei, geht es hinunter in das tiefe Tal. Hier und dort klettern Ziegen in den steilen Hängen oder chillen im Schatten. Am Gebäude mit Unterstand, das aus rohen Steinen zusammengefügt wurde, werden die Stühle, Getränke, das Gemüse für den Salat und vom Dorfschlachter erstandenes, lokales Fleisch ausgeladen. Dann wird der Grill aus umliegenden Steinen improvisiert. Feiern mit einheimischen und deutschen Freunden, auf kretische Art. die Kinder tollen herum, hüpfen in der kaum bevölkerten Bucht ins Wasser, klettern auf Felsen oder inspizieren die schattige Höhle weiter oben an der Steilwand.

Katzen oder sanft bimmelnde Ziegen schauen vorbei und machen sich über die Gemüsereste her. Ich sitze auf einem Fels. Wellen lassen die Steine am Ufer immer wieder leise klackern. Gen Horizont am Felsen brechen sich ihre großen Brüder des offenen Meeres. Nach dem morgendlichen kurzen Regenguss mit Regenbogen brennt die Sonne erneut auf die trockene Landschaft. Ich genieße das Tief, die entspannte Gemeinschaft, den „greek talk“ und das auf den Punkt gebrachte Dasein.