Sanft

Schwebend driftend, ohne Hast, voller Ruhe. Leicht, fast schwerelos, sanft sich drehend. Ein unmerklicher Hauch reicht. Das fedrige Gespinst torkelt vor meinem Gesicht. Ich atme; ein, dann aus. Wie ein flüchtiger Gedanke verweht das den Lungen entstömende Pneuma den Samen, der sich weder für eine Richtung, ein Oben oder Unten zu entscheiden vermag. Ein wager Hauch streicht von nirgendwoher durch die saftige ergrünende Vegetation. Strahlend blickt der Frühlingshimmel auf uns herab. Der Samen beschleunigt leicht, um dann seine Reise mal hier, mal dorthin fortzusetzen. Erneute Windstille. Langsam beginn das leichte, hellweiße Bällchen abzusteigen. Der sattfeuchten erde entgegen. Ein Lächeln steigt in mir auf. Eine tiefe Zufriedenheit, während mein schweifender Blick dem wolligen Punkt folgt.
Ich frage mich, was aus dem kleinen schwarzen Kern werden wird. Kann sein Grün sich dem Himmel entgegenstrecken? Schafft er es, inmitten all der Konkurrenz, die um uns herum tanzt, sein Ziel zu erreichen? Mit all den Myriaden taumelnden Wattebäuschchen, durchschwirrt von der hektischen Betriebsamkeit der Insekten, zieht er seines Weges. Langsam, schweigend, bedächtig. Wie auch ich. Verbunden mit der Welt in ihrem steten Werden auf immer gleichen Pfaden